1. Landschaftspflegeverband Dachau (LPV)

 

Der LBV Dachau arbeitet in der Biotoppflege eng mit dem Landschaftspflegeverband zusammen.

Der Landschaftspflegeverband (LPV) ist ein Zusammenschluss von Kommunen, Naturschutzverbänden und Landwirten, die gemeinsam naturnahe Landschaftsräume erhalten oder neu schaffen möchten.

 

 

 


2. Gebietsbetreuung Ampertal


Aufgaben des Gebietsbetreuers

Gebietsbetreuer vermitteln den Kontakt zur heimischen Natur. Sie informieren, führen Exkursionen für alle Bevölkerungsgruppen durch, koordinieren Umweltbeobachtungen und vermitteln bei Konflikten. Durch ihre Arbeit wird auch die ehrenamtliche Naturschutzarbeit gestärkt. Sie werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, dem Bayerischen Naturschutzfonds und des Bezirks Oberbayern gefördert.

Das Ampertal wird seit der Jungsteinzeit von Menschen bewohnt. Manche Pflanzen und Tiere besiedeln die Aue schon länger. 

Die Broschüre „Die Schätze des Ampertals“ mit zahlreichen Wandervorschlägen ist bei den Landratsämtern DAH und FFB und einigen Gemeinden für zwei Euro zu erwerben.


Ampertaler des Monats April: DIE ERDKRÖTE

 

Unser Ampertaler des Monats April galt bis ins Mittelalter als das hässlichste Tier der Schöpfung. Die Erdkröte gehört zwar nicht unbedingt zu den „sexy species“; diesen fragwürdigen Titel hat sie aber auch nicht verdient. Die bis zu 15 cm große Kröte ist bräunlich gefärbt, von Warzen übersät und hat bernsteinfarbene Augen. 2012 wurde sie zum „Lurch des Jahres“ gewählt.

Als Landlebensraum besiedelt sie bevorzugt nicht zu dichte Laub- und Mischwälder, ist aber auch in verschiedensten anderen Biotoptypen, wie Parks, Gärten und Sandgruben anzutreffen. Tagsüber ziehen sich die dämmerungsaktiven Tiere unter Steine, Laub oder in selbst gegrabene Erdlöcher zurück. Nachts machen sie Jagd auf Schnecken, Regenwürmer und nachtaktive Insekten.

Nach dem Winter, den der Froschlurch in Winterstarre in einem frostfreien Versteck verbringt, beginnt ab Ende Februar die Wanderung zum Laichgewässer.

Erdkröten sind Traditionslaicher und kehren meist zu dem Gewässer zurück, in dem sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. Dabei legen sie Strecken von bis zu drei Kilometern zurück, auf denen sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind. Vor allem das Überqueren von Straßen kostet jährlich unzählige Tiere das Leben.

Da es viel mehr männliche Tiere als weibliche gibt, beginnt die Partnersuche bereits während der Wanderung. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, klettert es auf dessen Rücken, klammert sich fest und lässt sich die restliche Strecke bis zum Laichgewässer tragen. Vor lauter Torschlusspanik werden nicht selten auch männliche Artgenossen oder Holzstücke besprungen.

Nach Beendigung des Laichgeschäfts kehren die erwachsenen Tiere wieder zu ihren Landlebensräumen zurück. Aus den bis zu fünf Meter langen Laichschnüren entwickeln sich in zwei bis vier Monaten erst die Kaulquappen und dann die Jungkröten, die ab Juni ihren Landgang starten.

In freier Wildbahn können Erdkröten bis zu 15 Jahre alt werden, in Gefangenschaft wurde sogar ein Höchstalter von 36 Jahren erreicht. Auf Grund zahlreicher Fressfeinde wie Katzen, Raubvögeln, Mardern und dem hohen Risiko, dem sie auf ihren Wanderungen ausgesetzt sind, erreichen jedoch die wenigsten Exemplare ein so gesegnetes Alter.

Die Erdkröte gilt in Bayern noch nicht als gefährdet, leidet aber, wie alle heimischen Amphibienarten, unter der Zerschneidung und dem Verlust ihrer Lebensräume. Von den 20 in Bayern vorkommenden Arten befinden sich bereits 12 auf der Roten Liste. 

Text: Veronika Pokorny



Der Ampertaler des Monats März: DER KIEBITZ

Kiebitz Foto: Manfred Kühn
Kiebitz         Foto: Manfred Kühn

Unser Ampertaler des Monats März ist ein echter „Hingucker“. Der Kiebitz ist etwa taubengroß, hat einen weißen Bauch, eine schwarze Halsbinde und eine metallisch grün glänzende Rückenpartie. Mit seiner verwegenen Frisur und der kontrastreichen Gefiederzeichnung ist er auch aus der Ferne gut zu erkennen. Sein individueller Flugstil und die auffällig breiten Flügel machen ihn auch im Flug unverwechselbar und haben ihm den Beinamen „Gaukler der Lüfte“ eingebracht.

Als Lebensraum ist der Kiebitz auf offene und flache Landschaften angewiesen. Er brütet bevorzugt auf Feuchtwiesen, Heiden und Moorflächen, weicht aber immer mehr auch auf Ackerstandorte aus, da extensiv genutzte Offenlandflächen zunehmend seltener werden.

Jetzt im März kehren die meisten Kiebitze aus den Winterquartieren in ihre Brutreviere zurück, wo die Männchen mit eindrucksvollen Balzflügen und unter lauten „Kiwit“-Rufen ihre Territorien verteidigen.

Für die Brut werden keine richtigen Nester gebaut, sondern lediglich Mulden im Boden angelegt. Dort hinein legt das Weibchen meist vier Eier, die dann von beiden Elternteilen bis zu 28 Tage lang bebrütet werden.

Früher galten Kiebitzeier vielerorts als Delikatesse und wurden gezielt gesucht, eingesammelt und gegessen. Heute ist das Eiersammeln in der gesamten Europäischen Union verboten, wobei es in der Provinz Friesland noch bis 2006 erlaubt war.

Da feuchte und extensiv genutzte Offenlandschaften durch Grünlandumbruch, Aufforstung, Entwässerung etc. zerstört werden, findet der Kiebitz immer weniger geeignete Brutplätze. Das Ausweichen auf Äcker stellt sich als problematisch dar, da das unauffällige Gelege von Landwirten oft übersehen und zerstört wird.

Auch Störungen durch Spaziergänger und unangeleinte Hunde führen meist zu einem Abbruch des Brutversuchs. Dazu kommen Verluste durch natürliche Ursachen wie Beutegreifer oder witterungsbedingte Nahrungsengpässe.

Damit wir diesen schönen Vogel - genauso wie zahlreiche andere Wiesenbrüter – auch weiterhin im Ampertal antreffen können, müssen dringend geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Die Landschaftspflegeverbände versuchen beispielsweise durch die Markierung von Gelegen oder die Wiederherstellung geeigneter Habitate seine Bestände zu sichern.   

In Deutschland und Bayern gilt der Kiebitz laut Roter Liste als stark gefährdet und gehört nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung zu den streng geschützten Arten. 

Text: Veronika Pokorny


Fotos: Manfred Kühn
Fotos: Manfred Kühn

Frühling im Ampertal

 

Im Ampertal gibt´s viel zu sehen,

wofür sich's lohnt mal rauszugehen.

Jetzt liegt der Frühling in der Luft,

verströmt ´nen ganz besond´ren Duft.

Und nach dem Winter - welche Wonne -

genießen wir die Frühlingssonne!

Die Tiere werden wieder munter

und Wald und Wiesen endlich bunter.

 

Die Tage werden immer länger

und uns´re morgendlichen Sänger

beginnen wieder ihr Konzert –

Banause, wen das nicht betört!

Wie lieblich klingen doch die Weisen

von Amseln, Rotkehlchen und Meisen.

Doch nicht zum Spaß wird hier gesungen,

sondern um Frau und Heim gerungen.

Denn soll die Brutsaison beginnen,

klappt das nicht ohne „Vogelinnen“.

Feldlerche, Kiebitz, Höckerschwan

sind schon ab März mit Brüten dran.

Indes gibt´s viele Vogelarten,

die dann erst Richtung Heimat starten.

Für Storch und Kuckuck beispielsweise

beginnt in Afrika die Reise.

 

Auch and´re Tiere starten durch:

Ob Igel, Schlange oder Lurch,

an Winterstarre oder –schlaf

besteht im Frühling kein Bedarf.

Um eine Partnerin zu finden,

müssen Amphibien sich schinden.

Zum Laichgewässer wird marschiert,

wo man sich, hat man Glück, liiert.

Erdkröte, Bergmolch und so weiter

wetteifern hier um ´nen Begleiter.

Um Nachwuchs geht es nicht nur dort –

zurzeit pflanzt man sich gerne fort:

beim Eichhörnchen wird schon gesäugt,

bei Ringelnattern noch gezeugt.

 

Auch die Insektenwelt erwacht

und sorgt dafür, dass in der Nacht

die Fledermaus nicht hungern muss,

denn mit dem Winterschlaf ist Schluss.

Manch Schmetterling ist schon mobil,

bereichert früh das Farbenspiel:

In gelb Zitronenfalter und

Tagpfauenauge herrlich bunt.

 

Natürlich ist die Pflanzenwelt

auch schon auf Frühling eingestellt.

Das Blätterdach ist noch nicht dicht

und auf den Boden fällt viel Licht.

Im Auwald öffnen Geophyten

darum ab März schon ihre Blüten:

In gelb und weiß die Blütendächer

aus Scharbockskraut und Märzenbecher.

Auch weiter oben, im Geäst,

schmückt die Natur zum Frühlingsfest.

Salweide, Schlehe, Spitzahorn

haben bei uns die Nase vorn.

Natürlich gibt es noch viel mehr,

worüber zu erzählen wär.

Doch kommt und schaut doch selber mal

ins wunderschöne Ampertal.

 

von Veronika Pokorny


Das Ampertal im Winter - ein Gedicht!

 

Im Ampertal gibt´s viel zu sehen,

wofür sich´s lohnt, mal rauszugehen.

Der Winter liegt jetzt überm Land

und hat es fest in seiner Hand.

Doch hält auch diese Jahreszeit

viel Spannendes für uns bereit.

 

Manch´ Vogel macht sich beispielsweise

im Winter zu uns auf die Reise.

Dann kann man beim Spazierengehen

auch Seidenschwanz und Bergfink sehen.

Und Wasservögel schwimmen besser

auf einem eisfreien Gewässer.

Sie treffen sich bei uns in Scharen,

wo viele sich auch gleich verpaaren.

Zwergtaucher, Krick- und Schnatterenten

im Balzwettkampf mit Konkurrenten.

 

Natürlich ebenfalls am Start:

So manche nicht wandernde Art.

Die Wasseramsel wird noch satt,

solang der Fluss kein Eisdach hat.

Dem Eisvogel geht´s ebenso;

genügend Fisch, und er ist froh.

 

Auch Vierbeiner sind jetzt aktiv,

und jeder, der gern Detektiv

spielt, kann sich freuen, wenn es schneit.

und sollte rausgeh´n in der Zeit.

Denn zu entdecken sind im Schnee

Spuren von Hase, Fuchs und Reh.

Der Biber treibt sich auch herum

und legt jetzt wieder Bäume um,

damit ihn nicht der Hunger quält,

weil es ihm grad an Grünzeug fehlt.

Auch Eichhörnchen kann man entdecken,

wenn sie nicht grad im Kobel stecken.

Denn ab und zu mal ist ´ne Nuss

trotz Ruhe absolutes Muss.

 

Natürlich geh´n auch viele Tiere

im Winter nicht gern vor die Türe.

Und Igel, Bilch und Fledermaus

schlafen sich dann mal richtig aus.

Die wechselwarmen Zeitgenossen

trotzen dem Winter unverdrossen

in `nem Versteck, wo sie erstarren

und bis zum Frühling dort verharren.

Drum wird man Schlangen, Frösche, Fliegen

erst einmal nicht zu sehen kriegen.

 

Doch jene, die die Kälte scheuen,

haben schon Anlass, sich zu freuen.

Denn lang bevor der Winter schwindet,

man erste Frühlingsboten findet.

So manches Pflänzchen blüht sogar

mitunter schon im Januar:

Das Schneeglöckchen in Weiß verblasst

gegen den rosa Seidelbast.

Im Februar kommen – welch Glück -

die ersten Zugvögel zurück.

Feldlerche, Kiebitz und auch Star

beehren uns schon früh im Jahr.

 

So naht der Frühling Schritt für Schritt

und bringt ganz andre Stimmung mit.

Drum rat ich euch: Genießt noch mal

das winterliche Ampertal!

 

von Veronika Pokorny

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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