Wiesengrund Pfarrerwöhr

 

Als die Kreisgruppe im Sommer 2013 aus München die Info bekam, dass bei Dachau ein Grundstück zwar schon lange in Pacht, aber auch seit langem unbeachtet war, ließen wir uns nicht lange bitten und nahmen die Fläche unter unsere Fittiche.

Bereits im Januar 2014 rückte - zustande gekommen durch berufliche Kontakte eines LBV-Mitglieds - eine Firma aus Petershausen an und rodete einen Teil des im Grenzbereich befindlichen Baumaufkommens. Überwiegend Eschen wurden geschnitten und anschließend zu Hackschnitzeln zerkleinert. Einige Solitärbirken, Zitterpappeln und Schlehenhorste wurden aber stehen gelassen.

Die Historie dieses Bereiches weist einen Magerrasen-Standort aus, der in den 1970er Jahren sogar Dachauer Naturdenkmal war, und auf dem einst der Lungenenzian blühte.

Ziel ist es, den Wiesenbereich durch entsprechende Nutzung wieder auszumagern und den Magerstreifen mit autochtonem Mähgut wieder in einen möglichst ursprünglichen Zustand zurückzuführen.

 

Im gleichen Arbeiteinsatz wurde auch ein Teilstück unseres Grundstückes in Ottershausen, das sogenannte Froschmeierwöhr, entbuscht.

 

2015 wurde mit Landwirt Anton Wallner aus Ampermoching ein Bewirtschaftungsvertrag geschlossen, der vorsieht den Wiesenanteil nach KULAP-Richtlinien zu mähen, aber nicht zu düngen.

Dankenswerterweise mähte er im Herbst auch das gerodete Teilstück, nachdem im Laufe des Jahres mit viel Schweiss die unerwünschte "Kandische Goldrute" massiv bekämpft wurde. Weiter wurde der offene Boden von Johannes Hiller mit autochthonem Saatgut verschiedener Wildkräuter veredelt.

Auch wurde im gleichen Zeitraum unter Vermittlung der UNB (Untere Naturschutzbehörde) durch das Tiefbauamt Dachau die Fläche genau vermessen. Dabei kamen eine Menge Grenzsteine ans Licht, die den Grenzverlauf genau darstellen. Wir waren doch überrascht, wie groß die Fläche letztendlich ist.

 

 

 

Grundstück hellbraun dargestellt
Grundstück hellbraun dargestellt
kurz nach der Rodung, ungefräst
kurz nach der Rodung, ungefräst

Gestaltung "Pfarrerwöhr"

Im Frühjahr 2014 Fotos: Manfred Kühn
Im Frühjahr 2014 Fotos: Manfred Kühn

 

Nachdem im Januar auf der neuen Fläche "Pfarrerwöhr" mit Maschinenkraft der Baumstreifen um die Eschen erleichtert wurde und anschließend, am 1. März 2014,  mit einem Forstmulcher verbliebene Stümpfe und Büsche zerkleinert wurden, waren noch einige Korrekturen notwendig.

Dazu trafen sich einige Mitglieder und Freunde des LBV am Donnerstag, dem 20. März, und sammelten fleißig Holzstücke von der Fläche. Dies wurde notwendig, da das Häckselwerk des Mulchers nicht ganz einwandfrei funktionierte.

Des Weiteren wurde der Nutzungsvertrag mit dem Bauern gekündigt und wird, sobald in Zusammenarbeit mit der UNB die Grenzen unserer Fläche genau festgelegt sind, neu vergeben.

Im Frühjahr 2017 wurde von Sebstian Böhm Allium angesalbt und die Flächen gekennzeichnet


Mähgutübertragung ins Biotop "Pfarrerwöhr"

Arbeitseinsatz Okt. 2014 Fotos: Manfred Kühn
Arbeitseinsatz Okt. 2014 Fotos: Manfred Kühn

 

Am 11. Oktober 2014 gab es wieder einen Einsatz auf unserer Fläche.

 

In der Vorwoche wurde die Fläche ein zweites Mal gemulcht. Diesmal mit deutlich besserem Ergebnis. Nachdem nun im "Pfarrerwöhr" der Boden von Wurzelstöcken und invasiven Wildkräutern wie der Goldrute gesäubert worden war, konnte das Experiment beginnen:

Deutlich mehr ls 10 Personen unterstützt von Johannes Hiller mit einen Bulldog samt Anhänger wurde von der frisch gemähten Streuwiese des Dr. Simm amperabwärts  Mähgut abgeholt, das anschließend sorgfältig - nicht zu dick - auf die vorbereitete Fläche im Pfarrerwöhr aufgebracht wurde. Das Mähgut enthält Samen von Seggen, Pfeifengras, Schwertlilie und mit Sicherheit einiger botanischer Schätze, auf deren Erscheinen im Frühjahr wir natürlich sehr gespannt sind!


Biotop "Pfarrerwöhr" mit heimischer Blütenvielfalt
Biotop "Pfarrerwöhr" mit heimischer Blütenvielfalt
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION